Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH

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Magazin UMWELT 4/2006: Wege des Wassers

Ökologie, Hochwasserschutz und Wassernutzung im Einklang

Vor 50 Jahren waren unsere Bäche, Flüsse und Seen in einem traurigen Zustand. An ihren Ufern trieben stinkende Abwasserpilze. Extremes Algenwachstum und giftige Abwässer führten immer wieder zu Fischsterben, und die Trinkwasserversorgung war vielerorts durch Krankheitserreger und Chemikalien im Grundwasser bedroht. Seit der Einführung des ersten Gewässerschutzgesetzes im Jahr 1957 ist unser Land praktisch flächendeckend mit Kanalisationen und Kläranlagen erschlossen worden. Dank dem baulichen Gewässerschutz haben die Schweiz und mit ihr viele andere europäische Staaten in den vergangenen Jahrzehnten grosse Erfolge erzielt. So liessen sich unmittelbare Bedrohungen für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme durch eine markante Verbesserung der Wasserqualität abwenden.

Bei allem Grund zur Freude angesichts dieser beträchtlichen Fortschritte stellen wir aber mancherorts immer noch eine biologische Verarmung fest. Hauptgründe dafür sind die im letzten Jahrhundert durchgeführten – und zum grossen Teil übertriebenen – harten Verbauungen, Einengungen und Eindolungen der Fliessgewässer. Auch ihre intensive Nutzung zur Stromproduktion sowie Chemikalien wie Pestizide, hormonaktive Stoffe oder Medikamente beeinträchtigen die Wasserlebewesen und ihre Nahrungsgrundlagen.

Die grosse Herausforderung besteht heute darin, die Schutz- und Nutzinteressen an den Gewässern situationsgerecht in Einklang zu bringen. Dazu brauchen unsere Flüsse und Bäche mehr Raum, eine naturgerechtere Ausgestaltung von Ufer und Sohle, genügend Wasser mit einigermassen naturnahen Abflussverhältnissen bei der Nutzung durch Kraftwerke und nicht zuletzt effiziente Kläranlagen, die auch kleinste Spuren von Chemikalien zurückhalten.

Sobald Tiere und Pflanzen geeignetere Lebensbedingungen vorfinden, kehren sie wieder zurück. Zudem schätzen auch viele Menschen die naturnah gestalteten Ufer von sanierten Gewässern und verbringen hier gerne ihre Freizeit. Wir brauchen die revitalisierten Bäche und Flüsse aber nicht nur als artenreiche Ökosysteme, die unterschiedliche Lebensräume
vernetzen. Sie sind auch prägende Landschaftselemente und dämpfen Hochwasserwellen, was grosse Schäden verhindert. Zudem verbessern sie die Erneuerung des Grundwassers, der wichtigsten Quelle unserer Trinkwasserversorgung.

(Editorial von Willy Geiger)


Zuletzt aktualisiert am: 02.02.2015





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