Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH

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Was ist Access and Benefit-Sharing ABS?

Access and Benefit-sharing (ABS) beschreibt den Zugang zu genetischen Ressourcen und den gerechten Vorteilsausgleich und ist eines der grundlegenden Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). ABS entspringt dem Gedanken, dass auch diejenigen Länder von der Nutzung der genetischen Ressourcen profitieren sollten, die sie bereitstellen. Denn während sich die grösste biologische Vielfalt und damit auch die meisten genetischen Ressourcen in Entwicklungsländern befinden, verfügen vor allem die Industrienationen über die entsprechenden technologischen Mittel, um einen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert aus ihrer Nutzung zu ziehen.

Was ist unter "genetische Ressourcen" zu verstehen?

Seit Jahrtausenden haben sich Pflanzen- und Tierarten und andere Organismen weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus verbreitet oder verteilt. Dabei waren sie sehr unterschiedlichen Lebensräumen ausgesetzt und mussten sich weiterentwickeln, um sich nach und nach an die neuen Umweltbedingungen (Klima, Boden, Licht, Jahreszeiten, Parasiten, Krankheiten...) anzupassen. Die dadurch entstandene sehr grosse genetische Vielfalt innerhalb jeder Art äussert sich durch eine Vielzahl von Formen und Eigenschaften, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden und die der Mensch schon immer in der Landwirtschaft, für medizinische Zwecke und in jüngerer Vergangenheit für industrielle Zwecke genutzt hat. Aus diesem Grunde spricht man zur Bezeichnung der für den Menschen nützlichen genetischen Vielfalt von «genetischen Ressourcen».

Genetische Ressourcen sind wichtige Bestandteile der biologischen Vielfalt. Art. 2 CBD, dessen Begriffe auch für das Nagoya-Protokoll gelten, definiert genetische Ressourcen als "genetisches Material von tatsächlichem oder potentiellem Wert" und genetisches Material als "jedes Material pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder sonstigen Ursprungs, das funktionale Erbeinheiten enthält". Diese breite Definition der genetischen Ressourcen, die eben Tiere, Pflanzen, Bakterien und andere Organismen oder Teile davon umfasst (also mehr als nur DNA oder RNA), erklärt die grosse Bedeutung und Verwendung der genetischen Ressourcen in unterschiedlichen Sektoren, insbesondere in der Forschung, in der Landwirtschaft sowie in der Pharma-, Kosmetik- und Biotechindustrie. Genetische Ressourcen stellen zum Beispiel die Grundlage jeder Pflanzensorte oder Tierrasse in der Landwirtschaft dar und enthalten neue Wirkstoffe für Medikamente und Kosmetikprodukte.

Was ist die "Nutzung einer genetischen Ressource"?

Artikel 2 des Nagoya-Protokolls definiert den Begriff Nutzung der genetischen Ressourcen als "das Durchführen von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten an der genetischen und/oder biochemischen Zusammensetzung genetischer Ressourcen, einschliesslich durch die Anwendung von Biotechnologie im Sinne des Artikels 2 des Übereinkommens". Biotechnologie bedeutet im Sinne des Protokolls "jede technologische Anwendung, die biologische Systeme, lebende Organismen oder Derivate daraus benutzt, um Erzeugnisse oder Verfahren für eine bestimmte Nutzung herzustellen oder zu verändern" und Derivate "eine natürlich vorkommende biochemische Verbindung, die durch Genexpression oder den Stoffwechselprozess biologischer oder genetischer Ressourcen entstanden ist, auch wenn sie keine funktionalen Erbeinheiten enthält".

Der Begriff "Derivate", der Gegenstand langwieriger Diskussionen während den Verhandlungen des Protokolls war, kommt allerdings im operationellen Teil des Protokolls nicht vor. Die Definition dient jedoch der Klärung des Begriffes Derivate in der Definition "Biotechnologie", der sowohl im Protokoll als auch im Übereinkommen definiert wurde.


Zuletzt aktualisiert am: 25.01.2017





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